UV Auto+FahrradDie richtige Vorsorge für den Nachwuchs, mit einer Kinder-Unfallversicherung.

In späteren Jahren erinnern oft Narben aus der Kindheit. Bei der Auswahl der richtigen Vorsorge für Kinder gibt es jedoch einiges zu beachten und welche Tarife oder Alternativen sind sinnvoll?

Gerade schwere Unfälle können langfristige Folgen haben. Einen späteren Beruf auswählen oder ausüben zu können, sind eventuell dann Grenzen gesetzt. Ist das künftige Erwerbsleben erst einmal beeinträchtigt, fällt nicht selten eine finanzielle Unterstützung auf die Eltern zurück. Eine Unfallversicherung kann eine Lösung sein und im Leistungsfall nicht nur die künftigen finanziellen Belastungen für die Familie reduzieren, sondern auch viele andere Probleme lösen. Das kann die Übernahme von Bergungs- und Rettungskosten sein, Kosten für kosmetische Operationen, Hilfsleistungen bis zu 6 Monate, die Übernahme von behinderungsbedingten Mehraufwendungen wie den Umbau der Wohnung, des Autos, Kosten für Prothesen, einen Blindenhund und vieles mehr.

Wie hoch sollte eine Unfallversicherung abgeschlossen werden?

Eine Unfallversicherung ist folglich keine einfache Basisvorsorge. Sollen finanzielle Risiken durch die Folgen eines Unfallschadens reduziert werden, muss die Invaliditäts-Grundsumme entsprechend hoch sein. Die Grundsumme sollte mindestens 100.000 Euro, besser 250.000 Euro betragen (mit einer Progression von max. 350%). In der Regel werden die Unfallversicherungen zu niedrig abgeschlossen oder mit hohen Progressionen (z.B. 1.000%). Nicht selten empfehlen insbesondere Vermittler hohe Progressionen, da die Prämie dadurch günstiger wird und eine hohe Vollinvaliditätssumme ausgewiesen wird. Es wird auch damit begründet, das die Unfallversicherung nur eine „Worstcase“ Absicherung sein soll. Aber nur sehr wenige erreichen tatsächlich einen hohen Invaliditätsgrad. Was nutzt eine niedrige Grundsumme, wenn ein Invaliditätsgrad von unter 50% erreicht wird und der Versicherte aufgrund der Einschränkungen keine ausreichende Erwerbstätigkeit später ausführen kann? Aus diesem Grund, immer eine hohe Grundinvaliditätssumme und max. Progression von 350% vereinbaren.

Ist eine Unfallrente sinnvoll?

Eine Unfallrente zahlt in der Regel erst ab einem Invaliditätsgrad von 50%. Das kann eine zu hohe Grenze bedeuten. Zudem kann dennoch eine Unfall-Rente sehr sinnvoll sein, sofern z.B. ein Leistungsanspruch bereits ab einem Pflegegrad 2 besteht ohne das ein Invaliditätsgrad nachgewiesen werden muss (Unfall-Pflegerente). Einige Tarife bieten auch Unfallrenten-Leistungen ab einem invaliditätsgrad von 25% an. Eine Unfallrente sollte in Höhe von ca. 1.000 Euro monatlich vereinbart werden. Auch bei der Unfall-Rente kann es in der Leistungshöhe Unterschiede geben, sofern der Versicherer neben einer Festrente auch eine Progressionsrente anbietet.

Was ist allgemein bei einer Unfallversicherung zu beachten?

Zu beachten ich, das eine Kinderunfallversicherung nur eine Ausschnitts-Deckung ist, da Folgen von Krankheiten nicht versichert sind. Eine Schwerbehinderung durch Unfall liegt laut Angaben des Statistisches Bundesamt bei ca. zwei Prozent. Von einer Schwerbehinderung spricht man aber erst, wenn mind. ein GdB von 50 vorliegt. Eine Unfallversicherung zahlt i.d.R. jedoch bereits ab 1% Invaliditätsgrad. Die Leistung wird bestimmt durch die versicherte Invaliditäts-Grundsumme, der vereinbarten Progressivität, des festgestellten Invaliditätsgrades und der Gliedertaxe. Die Absicherung für Kinder ist i.d.R. sehr günstig, je nach Tarif und versicherte Leistungen monatlich zwischen 5 bis 20 Euro und deckt viele Unfall-Risiken ab.

Ist der Abschluss einer Kinderinvaliditätsversicherung besser oder gibt es weitere Alternativen?

Bei einer Kinderinvaliditätsversicherung werden auch Krankheiten versichert. Aus diesem Grund empfiehlt Stiftung Warentest, die Verbraucherzentralen und der BdV (Bund der Versicherten) lieber den Testsieger laut Stiftung Warentest in der Invaliditätsversicherung.

Richtig ist, das bei schweren Erkrankungen die Kinderinvaliditätsversicherung einspringt, sobald ein Arzt dem Kind einen Grad der Behinderung von mindestens 50 bescheinigt (GdB 50). Ist das der Fall, spricht man von einer Schwerbehinderung. Liegt ein geringerer Grad vor, gibt es keine Leistungen. Der Versicherer (je nach Tarif) zahlt dann in der Regel eine lebenslange Rente. Fällt der GdB wieder unter 50, entfällt aber auch wieder die Leistung. Das der GdB auch wieder sinken kann, ist nicht so selten, insbesondere wenn durch neue Heilungsmethoden, bei einer Genesung oder bei einer gut medikamentösen Einstellung, mit der Zeit eine Schwerbehinderung unter einem GdB von 50 sinkt.

Was jedoch oft von den Verbraucherschützern verschwiegen wird, das eine der häufigsten Ursachen die für eine Schwerbehinderung bei Kindern ursächlich ist, beim Testsieger ausgeschlossen wird. Das sind psychologische Erkrankungen. Stattdessen wäre eventuell eine private Pflegezusatzversicherung wesentlich umfassender, da sie solche Ausschlüsse nicht vorsieht. Diese Alternative wird überhaupt nicht von den Verbraucherschützern in Betracht gezogen. Mit in Kraft setzten des Pflegestärkungsgesetz II ab 01.01.2017 sind insbesondere kognitive Erkrankungen mitversichert, was insbesondere Pflegezusatzversicherungen sehr interessant macht.

Man kann viel hin und her streiten, aber mit einer Kombination aus einer sehr guten Unfallversicherung und Pflegezusatzversicherung ist eine sehr hohe Absicherung gewährleistet. Insbesondere bietet sie langfristig mehr Schutz. Grund: Würde die versicherte Person durch eine schwere Erkrankung z.B. nur temporär eine Leistung aus der Kinderinvaliditätsversicherung erhalten oder der GdB liegt wieder unter 50, dann ist damit zu rechnen, dass das Kind künftig keine Pflegezusatzversicherung mehr erhalten wird. Versicherer lehnen i.d.R. bei schweren Erkrankungen oder regelmäßigen Behandlungen einen Antrag auf eine Versicherung ab. Hat man allerdings von Beginn an mit einer Pflegezusatzversicherung vorgesorgt, so hat man mit Weitsicht den Schutz bis zum Lebensende abgesichert.

Wer nur auf die Prämie sieht, zahlt oft drauf.

Onlinevergleiche oder Testberichte geben in der Regel eine erste Prämienorientierung. Mir ist jedoch kein Testbericht oder Vergleich bekannt, das ausreichend die Bedingungsmerkmale berücksichtigt und bewertet werden, so das man einen Rat darauf stützen kann. Viele elementar wichtige Klauseln werden regelmäßig nicht berücksichtigt. Aus diesem Grund wurde ein eigenes Programm zur Bewertung der Bedingungen entwickelt, nach dem Motto: „nur was man selbst kontrolliert, gibt wirkliche Sicherheit“. Bei Antragstellung ist besonders darauf zu achten, dass die Gesundheitsfragen nur kurz und geschlossene Fragen beinhalten.

Kinderunfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr

Wer sparen will, sollte den Sparanteil extra anlegen. Vor Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr kann man nur warnen. Sie ist nichts anderes, als eine Unfallversicherung mit einer versteckten Lebensversicherung. Der Name suggeriert jedoch, das der Versicherungsnehmer seine Beiträge mit Ablauf des Vertrages zurück bekommt. Aber eine Unfallversicherung ist niemals eine "Versicherung zum Nulltarif". Zudem zählen die Unfallbedingungen nicht selten eher zu Tarifen, mit einer nicht so guten Bewertung.

Auf was sollte man bei einer Unfallversicherung noch achten?

In der Regel bieten nur Premiumtarife einen umfassenden Unfallschutz. Es sollten alle Tierbisse und Insektenstiche versichert sein, sowie auch Infektionskrankheiten, die erhöhte Kraftanstrengung und Eigenbewegung. Jedoch sehen viele Tarife erhebliche Einschränkungen und Ausschlüsse vor. Es sollten z.B. alle Geistes- und Bewusstseinsstörungen versichert sein und der Versicherer sollte bis zu 100% auf die Anrechnung von Erkrankungen und Gebrechen verzichten. Die Unfallversicherung ist ein sehr komplexes Thema und sollte ausschließlich nur über eine persönliche Beratung mit einem unabhängigen und versierten Vermittler erfolgen.


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